Bienenhaltung zur Zeit der Sachsen, ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Sachsenhof in Greven

Auf dem Sachsenhof, einem Projekt des Heimatverein Greven, auf dem Leben und Arbeiten zur Zeit der Sachsen vor über 1000 Jahren demonstriert wird, haben unsere Mitglieder Thomas Strussenberger und Anette Gehrke im Laufe des Jahres 2011 mit dem Versuch begonnen Bienenvölker in Klotzbeuten zu halten.

bienenjägerDie Geschichte der Imkerei ist eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Seit Jahrtausenden werden Bienen wegen ihres Honig und Wachs von Menschen genutzt und gehalten. Erste Belege geben 8000 – 12000 Jahre alte Steinzeitliche Höhlen Malereien. Mit der Wandlung der Menschen von Sammlern und Jägern zu sesshaften Ackerbauern begann auch der Versuch, die Bienenvölker in der Nähe der Behausung anzusiedeln und ein Besitzrecht gegenüber anderen zu begründen. Aus der Zeit der Pharaonen um 2400 vor Christus im alten Ägypten sind Wandmalereien mit der Darstellung der Bienenhaltung überliefert. Die Ägypter hielten Bienen in Tonröhren und transportierten sie bereits auf Schiffen in ergiebige Gebiete. In jüngster Zeit wurden in Israel die Reste einer großen Imkerei mit mehr als 100 Völkern aus dem 1. Jahrtausend vor Christi Geburt freigelegt. Erste schriftliche Überlieferungen über die Bienenhaltung stammen von dem Griechen Aristoteles. Der römische Epiker Vergil beschrieb um 30 v. Christus eingehend die römische Imkerei.

Im Frühmittelalter standen im Salischen Gesetz von 510 hohe Strafen auf den Diebstahl von Bienen und Honig. 643 verankerten die Westgoten den Wildbienenfang im Gesetz und führten bereits eine Haftpflicht bei Schäden durch Bienen ein. Eine Urkunde des Herzogs Odilo von Bayern belegt 748 erstmals die Waldbienenzucht, die als Zeidlerei bezeichnet wird. Dabei wurden zunächst Bienenvölker in hohlen Baumstämmen abgeerntet, später wurden die betreffenden Baumstücke herausgeschnitten und im Hausbereich der Zeidler aufgestellt - womit die sog. Klotzbeute geschaffen war. Um 800 befahl Karl der Große, Imkereien auf seinen Gütern einzurichten.
In Mitteleuropa finden sich früheste archäologische Nachweise von Klotzbeuten als Bienenwohnungen aus der jungneolithischen Pfahlbausiedlung Arbon-Bleiche III um 3380 vor Chr. 1939 wurde im Vehnemoor bei Oldenburg ein ausgehöhlter Baumstamm aus dem 5. Jahrhundert nach Chr. im Torfuntergrund gefunden. Es handelte sich um eine Klotzbeute, in der sich Waben-, Bienen- und Brutreste befanden. 
Die hier auf dem Sachsenhof geschaffenen Klotzbeuten orientieren sich an in Nord-Deutschland gefundene hohle Baumstämme, die als Brunneneinfassung dienten, aber ursprünglich als Bienenwohnung genutzt und auf 45 n. Chr. datiert wurden.

Der von den Mitarbeitern des Sachsenhof errichtete Bienenstand mit zwei Klotzbeuten.

 

 

Die Besiedlung erfolgte mit einem Schwarm. Damit eine Kontrolle der Bienenwaben ohne Beschädigung möglich ist, wurden Leisten verwendet:

 

Während der Aktionstage 2011 und 2012 konnten die Besucher das Volk in der Klotzbeute durch eine Glasscheibe beobachten:

Kontakt: Arbeitskreis Sachsenhof: Bernard Reepen, Telefon: (0 25 71) 5 42 75

Mehr Infos zum Sachsenhof finden sie hier:

http://www.heimatverein-greven.de/sachsenhof.php


Imkerverein Greven: 

Thomas Strußenberg, Feldkamp 10 a, 49525 Lengerich Kontakt: 0151 12 72 54 35 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anette Gehrke, Grevener Landstr. 116, 48268 Greven, Kontakt: 02575/4246690  & 01520676276 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!




 

 

 

Zusätzliche Informationen