Ein Bienenschwarm hat sich in einem Haselnussstrauch zur Schwarmtraube gesammelt.

Foto: Michaela & Josef Post

 

Sie haben einen Bienenschwarm entdeckt ?

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erlebnis, das nur wenigen Menschen vergönnt ist.

Sie haben Gelegenheit, eines der faszinierenden Ereignisse im Leben eines Bienenvolkes zu erleben.

Ein neues Bienenvolk wird geboren! 

Haben Sie keine Angst vor Stichen ! Ein Bienenschwarm ist in der Regel sehr friedlich. 

Ab etwa Ende April, wenn ein Bienenvolk sich dem Höhepunkt seiner Entwicklung nähert und in der Natur ein großes Angebot an Nahrung vorhanden ist, beginnt es mit Vorbereitungen zur Vermehrung. Es werden neue Königinnen erzeugt. Kurz bevor diese schlüpfen verlässt an einem schönen Tag in den Mittagsstunden ein Teil des Volkes zusammen mit der alten Königin den Bienenstock und macht sich auf die Suche  nach einer neuen Behausung. Dies ist ein beeindruckendes Erlebnis: Viele tausend Bienen schwirren gleichzeitig in der Luft und ihre Flügel erzeugen ein brausendes Geräusch.  Je nach Alter der Königin sammeln die Bienen sich nach kurzer oder langer Flugdauer zu einer Schwarmtraube an einem Ast oder auch an einer Hecke oder sogar auf dem Boden oder auf irgendwelchen Gegenständen. Jetzt machen sich Pfadfinder-Bienen auf den Weg und suchen nach einer neuen Behausung. Die Bienen im Schwarm zehren unterdessen von ihrem Honigvorrat, den sie in Ihrem Körper aufgenommen haben und der für etwa drei Tage reicht.  Wenn die Pfadfinder-Bienen eine geeignete Höhle finden, erhebt sich der Schwarm erneut in die Luft und zieht zur neuen Behausung. Dort beginnt er sofort mit dem Bau der neuen Waben und dem Sammeln von Vorräten. Nur wenn das Volk genügend Honig sammelt und eine gewisse Stärke erreicht, kann es den folgenden Winter überleben.   

Das Schwärmen ist ein sehr gefahrvoller Augenblick für ein Bienenvolk. 

Übertragen auf menschliche Verhaltensweise wäre es in etwa so, als wenn Sie spontan einen Möbelwagen mieten, außer Nahrung für drei Tage nichts mitnehmen, um die Ecke fahren und jetzt erst den Anzeigenteil in der Zeitung auf der Suche nach einer neuen Wohnung studieren.

Leider sind die Möglichkeiten für einen Bienenschwarm, aus eigener Kraft in der freien Natur  zu überleben aus den verschiedensten Gründen in der heutigen Zeit sehr schlecht. In der Regel sterben sie spätestens im nächsten Winter.

Auch der Imker ist daran interessiert, den Bienenschwarm wieder in seine Obhut zu nehmen. Dazu darf er fremde Grundstücke betreten und den Schwarm "einfangen".

Dies geschieht in der Regel ohne Beschädigung fremden Eigentums: Unter die z. B. an einem Ast  hängende  Schwarmtraube wird ein Behältnis gehalten und die Traube hinein geschüttelt oder gefegt. Wenn die Königin mit gefangen wurde, sammeln sich in kurzer Zeit alle Bienen im Behältnis und der Imker kann den Schwarm mit nehmen und in eine neue Wohnung ein logieren.

Wenn Sie einen herrenlosen Bienenschwarm entdecken, können Sie sich auf unserer "Bienenschwarmfänger Karte" über den nächst gelegenen Imker oder die nächst gelegene Imkerin informieren, die Bienenschwärme einfangen oder Sie weiter beraten und Hilfe organisieren können. Auf der Karte sind Imkerinnen und Imker aus Altenberge, Emsdetten, Greven, Münster, Nordwalde, Ostbevern und Telgte verzeichnet. (Einige ältere Imker/innen fangen aus gesundheitlichen Gründen keine Schwärme, wenn der Schwarm nicht vom Boden aus erreichbar ist sondern Leitern etc. bestiegen werden müssen.)

Oder Sie wenden sich direkt an:

 

Peter Homann, Tel:   02571 3448  

Michael Wedershoven Tel: 02575/971448

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es manchmal etwas dauern kann, bis ein Imker oder eine Imkerin vor Ort eintrifft. Viele unserer Mitglieder sind berufstätig. 

Übrigens:

Für viele Imkerinnen und Imker war das Erleben eines Bienenschwarms der Anlass für den Einstieg in die eigene Imkerei.

Der Imkerverein Greven hilft auch Ihnen gerne dabei!

 

 Text: Hubert Reppenhorst

 

 

 

 

 

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